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Familienpaten in Bayern14.12.2016 - 17:35

Pressemitteilung



Familienpaten Bayern: Erste Hilfe für Familien

5 Jahre Netzwerk Standorte in Bayern



München, 09.12.2016 – „Mit Gerlinde ist wieder viel Ruhe und Struktur in unser Familienleben zurückgekehrt.“ Marija I. ist noch immer sehr dankbar für die Unterstützung der Familienpatin Gerlinde S.. Sie hat Marija I. und ihre zwei Kinder für eine Zeitlang begleitet, ehrenamtlich, aber gut geschult und so grundlegend vorbereitet für ihre anspruchsvolle Aufgabe. Das Netzwerk Familienpaten Bayern feiert heute in München die Tatsache, dass es seit fünf Jahren bayernweit geschulte FamilienpatInnen gibt.



Das Netzwerk Familienpaten ist eine Hilfe, die ankommt. Die laufende Evaluierung belegt, dass sich durch die Patenschaften innerfamiliäre Schwierigkeiten verringern, die Überforderung abnimmt und soziale Netzwerke verbessern. Familienpaten werden von den Familien als Vertrauen weckende Einrichtung gut akzeptiert. „Da kommt nicht 'das Amt', sondern jemand mit Herz und Hand. Dieser Eindruck macht den Weg frei für eine gute Entwicklung“, Margot Czekal, Geschäftsführerin beim DKSB LV Bayern, spricht damit vermutlich das Geheimnis hinter dem Erfolg der Familienpaten Bayern aus.



Im Dezember 2009 haben sich vier Träger zum Netzwerk Familienpaten Bayern zusammengeschlossen: Deutscher Kinderschutzbund (DKSB), Landesverband Bayern, der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), der bayerische Landesverband der Familien- und Mütterzentren und bis 2012 das Zentrum Aktiver Bürger Nürnberg. Die Kooperation entwickelte gemeinsam ein Projekt, das Familien in ihren alltäglichen Herausforderungen unterstützt. Mit Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration war die Umsetzung gesichert.



„Wir stehen für professionell geschultes und begleitetes Ehrenamt als Baustein sozialer Verantwortung – ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft! Diese Unterstützung für einen begrenzten Zeitraum steht allen Familien offen, die niederschwellig Entlastung und Orientierung suchen. Unser Konzept beruht auf Freiwilligkeit und Transparenz, denn nur akzeptierte Hilfe ist wirksam. Mit dieser kompetenten ehrenamtlichen Unterstützung kann frühzeitig Entlastung eingeleitet werden, die präventiv eine krisenhafte Entwicklung in Familien abwenden kann.“ Davon ist Walburga Wittmann, Vorsitzende im Bildungswerk des KDFB Bayern, überzeugt.



2011 wurden mit den ersten neun interessierten Standorten ‑ Ansbach, Bamberg, Fürth, Immenstadt, Kempten, Passau, München Trudering, Regen-Viechtach, Mühldorf-Waldkraiburg ‑ Kooperationsverträge geschlossen. Die Entwicklungsarbeit begleitete das Staatsinstitut für Familienforschung in Bamberg eng. Das Institut evaluierte die Projektphase der Familienpaten wissenschaftlich. Im gleichen Jahr starteten die Schulungen für die Koordinatorinnen. Sie haben die Aufgabe das Projekt vor Ort umzusetzen, die ehrenamtlichen Familienpaten zu schulen und zu betreuen und vor allem auch die Familien zu begleiten.



Zur Feierstunde in München kam neben den Vertreterinnen der Standorte auch Ministerialrat Robert Höcherl vom Bayerischen Sozialministerium: „Familien sind wichtig für unsere gesellschaftliche Zukunft. Gedeihliche Lebensbedingungen für Kinder und ihre Eltern stehen daher im Mittelpunkt der bayerischen Familienpolitik.“ Das Netzwerk Familienpaten Bayern blickt in die Zukunft: Es will weitere Kooperationspartner in möglichst vielen Orten gewinnen und ganz besonders die hohe Qualität im Netzwerk sichern, damit noch mehr Familien flächendeckend in Bayern diese wirkungsvolle, niedrigschwellige Unterstützung erhalten können.