Aktuelles

Flucht ist weiblich08.07.2016 - 22:18

Pressemitteilung
Uraufführung des KDFB-Films „Flucht ist weiblich“
Frauenbund: Integration sensibel angehen /Verbesserungen im Pflegebereich gefordert
München, 08.07.2016 – Frauen fliehen aus anderen Gründen als Männer. Frauen sind auf der Flucht anderen Gefahren ausgesetzt als Männer. Sie fliehen oft allein mit ihren Kindern und sind deshalb besonders angreifbar. Der Film „Flucht ist weiblich“, der bei der Delegiertenver-sammlung des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) erstmals gezeigt wurde, bietet bewegende Bilder und Einblicke in persönliche Schick-sale. „Für den Frauenbund ist vorrangig: Wer die Integration von Asylbewerberinnen ernst nimmt, muss sie auf besonders sensible Weise an das Leben in unserer Gesellschaft heranfüh-ren“, so Elfriede Schießleder, KDFB-Landesvorsitzende am Freitag in München. Zur neuen Schriftführerin des KDFB-Landesvorstandes wurde Angelika Maria Thiel (48) aus Pfeffen-hausen gewählt.
Sprachkurse, medizinische Versorgung, Unterbringung der Kinder und Anerkennung von Abschlüs-sen seien wichtige Schlüssel auf diesem Weg, so Schießleder. Wenn Asylbewerberinnen Unterstüt-zung wohnortnah angeboten bekämen, fördere das die Nähe zur Bevölkerung. So würde sich ein großer Teil ihrer Integration quasi auf dem Weg, beispielsweise zur Schule der Kinder oder den Kindertagesstätten ergeben. „Es entstehen ganz unkompliziert Orte des Gebens und Nehmens zwi-schen Frauen“, ist sich Schießleder sicher „Beispiel dafür könnte die Vermittlung von Kulturtechni-ken sein.“
Die Uraufführung des Films „Frauen auf der Flucht“ – produziert vom Frauenbund - beeindruckte die Delegierten. Er legt besonderes Augenmerk auf frauenspezifische Fluchtursachen wie sexuali-sierte Gewalt und Folter und Sorge vor Beschneidung der Töchter. Asylbewerberinnen kommen, soweit möglich, selbst zu Wort. Der Film zeigt auch, wie Frauen nach der Flucht auf ihrem Weg in die deutsche Gesellschaft begleitet werden. Zu sehen ist er unter: https://youtu.be/7ArSvb4f7yo
Die Situation weiblicher Flüchtlinge nahm auch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller in den Blick: „Frauen, die zu uns kommen, waren in ihrer Heimat oder auf der Flucht besonderen Gefahren ausgesetzt. Wir sorgen dafür, dass sie hier wieder zur Ruhe kommen, indem wir sie human und si-cher unterbringen. Dafür stehen in Bayern mehr als 50 Unterkünfte speziell für Frauen und ihre Kin-der zur Verfügung.“ Müller betonte aber auch die Rolle der Frauen und Mütter bei der Integration: „Mütter sind der Integrationsmotor der Familie. Sie sind es, die die Kinder erziehen und so Einfluss auf die Integration der nächsten Generation haben. Sie brauchen spezielle Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Kinderbetreuungsangebote, um an Integrationskursen oder beruflichen Eingliede-rungsmaßnahmen teilnehmen zu können.“ Das Engagement des KDFB und seiner Mitglieder lobte die Ministerin: „Der katholische Frauenbund ist ein wichtiger Teil des bürgerschaftlichen Engage-ments in Bayern. Seine Mitglieder setzen sich für Menschen in Not in vielen Bereichen des alltägli-chen Lebens ein. Dafür danke ich allen herzlich.“
„Der KDFB freut sich, dass seine Forderungen der letzten Jahre ihren Niederschlag fanden. Aber es bleibt noch viel zu tun“, so Schießleder. Deshalb sind viele der 170.000 KDFB-Mitglieder weiter in der Flüchtlingshilfe engagiert, in Helferkreisen oder Zweigvereinen. Das sozial-caritative Engage-ment des Frauenbundes hat eine erfolgreiche Geschichte von mehr als 100 Jahren. Immer wieder mündete es in sozialpolitische Forderungen.
Aktuelle Beispiele dafür: Die Delegierten berieten ihre Standpunkte und Forderungen zum Thema Pflege. Sie fordern die Anerkennung von Hauswirtschafterinnen in (Senioren)-Haushalten als Fach-kraft, eine leistungsgerechte Rentenanpassung pflegender Angehöriger, den Ausbau von Pflege-stützpunkten, Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen und alternativer Wohnformen.
Der Frauenbund strebt außerdem an, dass es anerkannte Weiterbildungsmöglichkeiten für praxiser-fahrene Mittagsbetreuerinnen geben soll. Auch möchte der Verband eine Befreiung von GEZ-Gebühren für Rentnerinnen erreichen, die in die Wohngeldhilfe eingestuft werden. Außerdem wird er sich dafür einsetzen, dass in Bayern ein parlamentarisches Gremium für Nachhaltigkeit eingerich-tet wird.
Redaktion: Ulrike Müller-Münch
Bayerischer Landes-verband des
Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V.
Schraudolphstraße 1
80799 München
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